The next big thing? Was folgt auf das Smartphone?

Es sind jetzt schon fast 6 Jahre seit der Einführung des iPhones von Apple vergangen. Damals hat es eine Revolution im Mobilfunkmarkt ausgelöst.

iPhone Vorstellung T-Mobile November 2007 Düsseldorf

iPhone Vorstellung T-Mobile November 2007 Düsseldorf

Wann kommt die nächste Disruption?

Nokia, zu dem Zeitpunkt mit großem Abstand Weltmarktführer, wurde von der Disruption derart überfahren, dass es von da an nur noch steil bergab ging. Während der Aktienkurs bei Nokia in den letzten 5 Jahren um 81 % nachgab stieg der von Apple um fast 600 %.
So schreibt das österreichische Wirtschaftsblatt in seinem Artikel:
“Von seiner Glanzzeit ist Nokia weit entfernt. 2007 hatten die Finnen noch 7,2 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. Damals wurden mehr als 51 Milliarden Euro umgesetzt.  Für heuer sind von Analysten Erlöse von 29,6 Milliarden Euro prognostiziert – und weitere Verluste von 541 Millionen Euro. Der Verlust für das laufende erste Quartal wird auf 372 Millionen Euro geschätzt.”

Beruflich bedingt beobachte die Mobilfunkszene nun schon seit 1997 sehr intensiv. Nokia hat es nach der Einführung des iPhones im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht schnell genug geschafft, ein funktionierendes Smartphone mit Touchscreen auf den Markt zu bringen. Andere Hersteller wie HTC und Samsung sind im Gegensatz zu Nokia rechtzeitig auf den Smartphonezug mit der Lokomotive Android aus dem Hause Google aufgesprungen.

Das Android-Logo: Quelle android.com

Android-Logo Quelle: android.com

Der Launch des iPhones in Deutschland ist nun schon eine ganze Weile her und das iPhone 5 lediglich eine weitere Iteration des Urahns mit besserem Display, schnellerem Prozessor aber auch damit einhergehender Komplexität im darunter liegenden Betriebssystem. Lediglich die Sprachsteuerung Siri kann als eine herausragende und nutzerfreundliche Verbesserung erwähnt werden. Der vom verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs extrem bekämpfte Intimfeind Google hat mit Android, das inzwischen in der vierten Generation (Jelly Bean) vorliegt, ein quelloffenes Smartphone- und Tablet-Betriebssystem auf dem Markt, das mit Apples iOS inzwischen auf Augenhöhe oder sogar darüber liegt.

Android Jelly Bean Screenshot

Android Jelly Bean Screenshot

Hat Google Apple als Innovationstreiber abgehängt?

Selbst ehemalige überzeugte Apple-Nutzer, wie Ralf Rottmann sind mit Begeisterung ins Android-Lager übergelaufen. In seinem eglischsprachigen Artikel, den er über Weihnachten verfasst hat, schreibt Rottmann, wie der Sinneswandel zustande kam. Die unerwartet große Resonanz auf seinen Artikel im Netz zeigt, das es anderen Nutzern inzwischen ähnlich geht. Wer wissen will warum Ralf Rottmann, der ein ausgemachter Fachmann auf dem Gebiet mobiler Aplikationen ist,  vom iPhone 5 zum Nexus 4 gewechselt ist, der sollte sich das sehr empfehlenswerte Interview mit meinem Bloggercamp Kollegen Gunnar Sohn ansehen.

 

Ein Frage die sich mir als langjährigem Beobachter der Szene nun stellt ist: Hat Google Apple überholt, oder kommt bald “the next big thing” von Apple. Die Erwartungen an das teuerste börsennotierte Unternehmen mit prall gefüllter Kriegskasse sind extrem hoch. Gerade nach dem Ableben des charismatischen Firmengründers und Apple-Retters Steve Jobs muss der weltweite Gigant zeigen, das er immer noch die gleiche Innovationskraft wie früher besitzt. Aber was könnte “The next big thing” sein? Etwa ein “Apple Fernseher, der keiner ist” wie Richard Gutjahr in seinem Blogpost vom 23.01.2013 vermutet? Oder doch etwas völlig Neues? Auch Apple beschäftigt sich schon seit Längerem mit Augmented Reality Brillen, wie dieser Artikel auf www.patentlyapple.com zeigt.

Apple AR-Brille Patent

Bildquelle:  www.patentlyapple.com

Ist das Smartphone der Zukunft eine AR-Brille?

Eine sehr schöne Präsentation zu diesem Thema hat gestern auch mein Facebook-Freund Ibrahim Evsan bei Slideshare eingestellt. Er nennt es die Vierte Welle: Vernetzung Biologischer Systeme. Vorsicht, der eingebaute Video von Google läuft mit Sound (Not safe for work)

20.02.14 Slideshare einbetten ist in unserem Land leider nicht mehr möglich, da Abmahnung droht! NEULAND lässt grüßen!

20.02.14 Slideshare einbetten ist in unserem Land leider nicht mehr möglich, da Abmahnung droht! NEULAND lässt grüßen!

Augmented Reality fasziniert mich persönlich schon seit Mitte 2010 und deshalb habe ich meinen Blog AR-Welt.de erstellt, wo ich mehr oder weniger regelmäßig Neuigkeiten zum Thema meist direkt aus Google+ sammle. Augmented Reality bringt aus meiner Sicht nichts, wenn man sie mit einem Smartphone-Display nutzt. Man muss die Wirklichkeit direkt mit den eigenen Augen sehen und die Zusatzinformationen müssen wie eine Ebene in einem Zeichenprogramm darüber gelegt werden. Das geht aus meiner Sicht nur mit einer Brille, oder in ferner Zukunft in Form von Kontaktlinsen.

 

Sight from Sight Systems on Vimeo.

Erste Firmen arbeiten bereits an Prototypen für Kontaktlinsen mit LED’s. Die Stromversorgung kommt über Induktion von außen, ähnlich wie bei RFID-Chips. In diesem Video wird das anschaulich gezeigt:

 

 

Google wird inzwischen als der erste Hersteller einer AR-Brille gefeiert. Bei der Entwicklerkonferenz Google I/O am 28. Juni 2012 wurde die Google-Datenbrille erstmals medienwirksam präsentiert. Sehr bald sollen die ersten Prototypen an Entwickler ausgeliefert werden.

Am 21. Januar 2013 hat ein New Yorker dieses Bild von Brin mit den Google Glass auf der Nase getwittert.

 

 

Das Geniale an dieser neuen Brille von Google ist für mich als Hangout on Air Veranstalter die Möglichkeit mit dieser AR-Brille Hangouts on Air zu übertragen ohne mit viel Equipment durch die Gegend zu laufen. Wie das aussieht kann man sehr schön in dem Youtube-Video der Vorstellung der Google Glass durch Sergey Brin sehen. Aber Google war nicht die erste Firma, die AR-Brillen herstellt. Im Juni 2010 wurde uns auf dem 2b Ahead Thinktank in Bad Oelber eine Augmented Reality Brille vom Fraunhofer Institut vorgestellt. Leider ist sie nicht wie auf der Folie gezeigt Ende 2010 auf den Markt gekommen.

 

NASA Virtual Environment Workstation Mitte der 1980er

Wie man sieht war die NASA schon Mitte der 80er Jahre dabei so etwas wie eine Augmented Reality Brille zu entwickeln. Das Ding war wahrscheinlich richtig schwer.

Der bekannte Forscher Steve Mann der Universtität Toronto trägt seit vielen Jahren eine Datenbrille. In diesem PDF geht Dr. Mann auf die Problematik ein, die noch geklärt werden muss, bevor AR-Brillen in größeren Mengen auf den Markt kommen. Dadurch das die Kamera fest an der Brille befestigt ist, könnte man theoretisch Menschen ohne das diesen bewusst ist filmen oder fotografieren. Dr. Mann filmt sein ganzes Leben und hat besonders in Europa und an Flughäfen mit seiner fest angebrachten Einheit schon massive Probleme bekommen. Besonders in Deutschland mit seinen extrem hohen Datenschutzbestimmungen und Ansprüchen wird der Träger einer solche Datenbrille genauso wie Dr. Mann bei uns öfter mal an unwirsche Zeitgenossen geraten. Er bezeichnet das als Technikfeindlichkeit, das ist sicher etwas zu einfach. Ich denke die Hersteller solcher Brillen müssen eine rote LED an der Brille anbringen, die bei einer Aufnahme aufleuchtet. So könnte sicher gestellt werden, das sich Menschen nicht ohne ihr Wissen filmen und fotografieren lassen müssen.

 

SteveMann_with_Generation-4_Glass_1999 (c) Glogger

SteveMann_with_Generation-4_Glass_1999 (c) Glogger

Bild: Glogger

Frauenhofer AR-Brille 2010

Fraunhofer AR-Brille mit PDA 2010

Fraunhofer AR-Brille mit PDA 2010

Es gibt aber auch weitere Firmen, die sich mit diesem Thema befasst haben und AR-Brillen anbieten. Die amerikanische Firma Vuzix beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem äußerst spannenden Thema. Vuzix bringt bietet bereits mehrere AR-Brillen an.

Vuzix_SMART_Monocular_AR_lg

Vuzix_SMART_Monocular_AR_lg

 

Vuzix M100 in use

Vuzix M100 in use

 

Ich glaube, das diese AR-Brillen in 10 bis 15 Jahren die heutigen Smartphones ablösen werden. In einer Studie von Juniper Research vom 16.01.2013 wird prognostiziert, das bis 2017 bereits über 70 Millionen derartiger Geräte verkauft werden.

Auszug aus dem Report:

Juniper sieht eine deutliche Verbreitung gegen Ende des Prognosezeitraums (Ende 2017 h.s.), angetrieben durch die Einführung von Augmented-Reality-Brillen und ähnlichen Produkten von Google, Microsoft und Apple.

Der Bericht stellt weiter fest, dass die Entwicklung eines App-Ökosystem speziell für tragbare Geräte ähnlich dem Smartphone-App Ökosystem zu schaffen ist, um für eine breite Akzeptanz  im Markt zu sorgen. Daran arbeitet speziell Google bereits mit seinem Angebot die Brille nur an Android-Entwickler auszuliefern.

Wird der second screen zum first screen?

Wenn Sie in 15 Jahren Filme aus der heutigen Zeit ansehen, werden Ihre Kinder oder Enkel ungläubig fragen, warum die Menschen mit so kleinen Täfelchen in den Händen auf den Strassen herum laufen. Es wird Ihnen dann völlig befremdlich vorkommen, wie die Menschen im Jahr 2013 so wenig auf ihre Umgebung achten konnten.

Google_Glass_detail © flickr Antonio Zugaldia

Google_Glass_detail © flickr Antonio Zugaldia

 

In stimme Richard Gutjahr in einem Punkt voll zu. Auch die Fernseher von Morgen werden anders aussehen. Große billige flache Bilder an der Wand, die von unseren intelligenten Smartwear Computern lediglich als Projektionsfläche genutzt werden.

Stupid screens Dumme Bildschirme

Stupid screens Dumme Bildschirme


Richard schreibt in seinem Blog:
Der Second Screen wird zum First Screen

Sogar das Aufrufen von Web-Content (YouTube oder Mediatheken der Sender) funktioniert mit dem iPhone/iPad schneller und besser. Dank Airplay ist es möglich, Bewegtbild-Angebote aus dem Netz direkt vom iPhone aus in HD-Qualität auf den Fernsehbildschirm zu beamen – ein Knopfdruck und das Videosignal erscheint auf meinem Fernseher (siehe Video weiter unten). Der Second Screen wird zum First Screen, der Fernsehbildschirm dient lediglich als Projektionsfläche.

Hier sein Videovergleich zwischen Airplay vom iPhone und einem Smart-TV.

Dummer Bildschirm in der Kleidung

Dummer Bildschirm in der Kleidung

Das wird dann aber zukünftig statt mit dem iPhone mit einer AR-Brille gemacht, die am Anfang noch irgendwo die Recheneinheit und den Akku am Gürtel oder in der Kleidung haben wird.

Wearable Smartwear

Wearable Smartwear

Wie man das dann passend in der Kleidung integriert, kann man dann sicher auf dem neuen Blog http://www.wewearsmartwear.de/ von meinem Google+ Freund Gerhard Schröder lesen. Die Zukunft wird auf alle Fälle spannend. Wir freuen uns drauf.

Mein Lieblingsszenario der Zukunft: Einen Google #hangoutonair  via #googleglass  live übertragen und mit #googlenow  im Durchsichtbildschirm immer wissen was aktuell wichtig ist. Ich freue mich auf die #zukunft! Es darf natürlich auch gerne ein Gerät von Apple oder einer anderen guten Firma sein.

Verpassen Sie nicht unsere Live-Sendung am 30.01.2013. In der ersten halben Stunde ab 18:30 Uhr halten wir mit den Hangout on Air Experten Moritz Tolxdorff und Daniel Fiene Rückblick auf 5 Monate Hangout on Air in Deutschland. Als Pioniere werden wir aber auch in die Zukunft schauen. In der zweiten Sendung ab 19:30 Uhr geht es um die AGB-Diktatoren im Internet. Wir beleuchten kritisch die immer größer werdende Macht der Internetgiganten. Falls Sie unsere Senungen verpassen sollten, können Sie sie jederzeit als Youtube Video ansehen. Zu den Sendungen geht es HIER entlang.

Nachtrag 01.02.2013: In seinem Blog hat Ibrahim Evsan seine Sicht zur Evolution hin zu AR-Brillen geschildert.  Absolut lesenswert und ich stimme mit ihm überein, sobald verfügbar wird so eine AR-Brille angeschafft!

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