Google Hangout – Tool für Nerds?

Hangout on AirIch frage mich langsam warum Google Hangouts nicht mehr genutzt werden? Ist die Technologie noch nicht massentauglich, oder woran liegt es? Meine Recherchen haben zwei Hauptgründe ergeben, warum es so ist, wie es ist:

 

  1. Google Plus als Basis für die Hangouts ist in Deutschland noch nicht wirklich angekommen. Laut emarketer.com ist Deutschland mit nur 5 % Anteil von Google+ Nutzern in der Gesamtbevölkerung, das Schlusslicht unter allen Nationen in der Liste.
  2. Auch von den 2,1 Millionen aktiven Google+ Nutzern haben die wenigsten bereits einen Hangout gemacht. (Vermutung meinerseits aufgrund eigener Erfahrungen)

Zum ersten Punkt werden wir sehen, wie sich die Nutzerzahlen in Zukunft entwickeln werden. Momentan ist die Stimmung pro Google+ und es kommen immer mehr Firmen auf die Plattform. Gerade für Unternehmen ist der Hangout und auch der Hangout on Air eine interessante Möglichkeit, Nutzer und Kunden aufmerksam zu machen. Aber außer dem Nimbus eines Early Adopters kann man sich derzeit aufgrund der wenigen Nutzer „noch“ keine lohnenden Zuschauerzahlen holen. Interessant bleibt es trotzdem, ermöglicht es doch kurzfristig und ohne großen technischen Aufwand einen Beitrag direkt für Youtube zu erstellen. Das ist für mich übrigens das Killer-Feature des Hangout on Air.
 

Fernsehstudio

 

Zum zweiten Punkt kann ich nur aus meinen Erfahrungen und Beobachtungen schöpfen. Viele der Teilnehmer unseres Medienexperiments haben das erste Mal einen Hangout gemacht. Die technische Vorbereitung ist schnell und problemlos erledigt und bildet keinen Hinderungsgrund. Das Problem ist, sich selbst anderen Menschen per Kamera nach außen zu zeigen. Das erfordert Überwindung und letztendlich Erfahrung. Jeder unter den Lesern erinnert sich bestimmt daran, wie er zum ersten Mal seine eigene Stimme aus einer Aufnahme gehört hat und sie nicht gut fand (Man hört sich selbst anders). Ähnlich geht es einem selbst mit dem ersten Mal in einer Videokonferenz und dann noch eine die quasi „weltweit“ zu sehen ist. Bei meinem ersten Hangout in der Sendung Rundshow wurde ich spontan von Richard Gutjahr etwas gefragt. Ich war so überrascht, das ich keinen Ton raus gebracht habe. Bei der nächsten Sendung war das schon ganz anders. Man wächst mit seinen Herausforderungen.

Hannes Schleeh in der Rundshow des BR

Was aber eine durchgängige Erfahrung für mich war, ist die Reaktion auf das Format durch Neueinsteiger. Wer es sich einmal getraut hat in einem Hangout mit zu machen, der ist von der Möglichkeit begeistert. Robert Redl, ein guter Hangout Bekannter von mir aus Wien, hat das einmal schön auf den Punkt gebracht: „am Anfang tut man sich richtig schwer, den Knopf zum „Hangout betreten“ zu klicken und später hat man Schwierigkeiten den Knopf zum Verlassen des Hangout drücken.“

Trotz allen Anfangsschwierigkeiten haben die Google Hangout on Air das Zeug zum neuen Social TV Standard zu werden. Zum neuen First Screen, denn statt einer Sendung von wenigen Produzenten an viele Zuschauer werden so viele Themen und Meinungen für viele Zuschauer gemacht. Jeder kann Sender, Mitdiskutant und Empfänger sein. Meinung wird nicht mehr nur in den großen Talkshows gemacht, sondern im Hangout, dem neuen virtuellen Stammtisch. Die Amerikaner zeigen heute schon, was mit Internetfernsehen möglich ist. Mit Leo Laporte und seinem Twit.tv zum Beispiel. Auch die Sendung der Huffington Post zeigt den Weg eines Printmediums hin zum Internetfernsehsender. Das sollten sich die deutschen Verleger mal zum Vorbild nehmen, statt das freie Internet mit sinnlosen Gesetzen wie dem Leistungsschutzrecht anzugreifen. Besser ist sicher der Weg, den viele Blogger inzwischen mit Flattr gehen. Ich selbst habe mich heute auch bei Flattr angemeldet und nutze diese Möglichkeit ab jetzt.

Leo Laportes TWIT.TV

 

HuffPost Live

 

4 Kommentare

  1. Pingback: plus-me.at GOOGLE | Wie lange braucht eine neue Technologie zur Massentauglichkeit?
  2. Pingback: Wird auch das Fernsehen Opfer der zerstörerischen Kraft des Digitalen? | Ich sag mal
  3. SvenTen · November 9, 2012

    Ja ist schon schade das es in Deutschland kaum jemand benutzt. obwohl g+ meiner meiner ung 1000 mal cooler ist als fb. Ich muss sagen ab und zu guck ich mir auch hangouts an bzw mach mit und besonders cool find ich die zusatzfunktionen oder apps. ich hab eine gute seite gefunden http://hangoutapps.net da gibts mehre dutzend anwendung für hangout. man kann sogar eine Band im hangout gründen. ist doch der hammer ! früher ging sowas nicht.

    Gefällt mir

  4. Pingback: Sendelizenz für die Kanzlerin? – Auf einmal hat es ZAK gemacht! › Schleeh.de - Online und Mobile Marketing

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